Die Rolle der FODMAP bei Patienten mit einem Reizdarmsyndrom

Die Rolle der FODMAP bei Patienten mit einem Reizdarmsyndrom

(Role of FODMAPs in Patients with Irritable Bowel Syndrome)

Mansueto et al. 2015

Seit jeher ist bekannt, dass bei Reizdarmpatienten durch bestimmte Bestandteile unserer Nahrungsmittel gastrointestinale Beschwerden ausgelöst werden können. In den letzten Jahren wurde besonders häufig den sogenannten FODMAP (fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und Polyole) eine Bedeutung nachgesagt. Aus diesem Grund haben Mansueto et al. 2015 in Bezug auf die Lebensmittelunverträglichkeit bei Reizdarmpatienten in ihrem Review die bekanntesten Behandlungsmethoden gesammelt und deren Wirkung zusammengefasst. Besonderes Augenmerk legten die Autoren auf die Bedeutung der FODMAP und die Auswirkungen einer Low-FODMAP-Diät.

Von insgesamt 391 Studien zum Thema FODMAP und Reizdarm wurden nach Anwendung verschiedener Ausschlusskriterien unter anderem zur Qualität der Studien abschließend 40 Artikel (31 Originalstudien und 9 Reviews) berücksichtigt.Bei ihrer Suche fanden die Autoren heraus, dass bereits seit vielen Jahren auf eine Low-FODMAP Ernährung bei Reizdarmpatienten zurückgegriffen wird. Neu ist allerdings, dass ein ganzheitlicher Verzicht auf FODMAP einen viel durchgängigeren Effekt haben soll, als ein kurzzeitiger Verzicht, welcher nur eine abdominelle Distension (Ausdehnung des Darmes durch überschüssige Luft oder Flüssigkeit) vermeidet. Bei vielen Patienten konnte durch die Low-FODMAP Ernährung eine Linderung der Symptome erzielt werden, auch wenn nicht alle Personen eine Besserung erfahren haben. Dennoch wird in den meisten Studien eine positive Wirkung der Low-FODMAP-Diät nachgewiesen und findet daher immer mehr Einsatz als erste ernährungsbedingte Maßnahme bei einem Reizdarmsyndrom. Ebenfalls sinnvoll kann eine Low-FODMAP Ernährung für Patienten mit einer NZNWWS (Nicht-Zöliakie-nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität) sein, besonders dann, wenn die Symptome durch biochemische Verdauungsmechanismen hervorgerufen werden. Nichtsdestotrotz sind weitere Studien notwendig um eventuelle negative Einflüsse auf die Gesundheit des Menschen auszuschließen.

 

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