Vergleich einer Low-FODMAP-Diät zu modifizierten NICE-Richtlinien bei Reizdarm/Diarrhö

Vergleich einer Low-FODMAP-Diät zu modifizierten NICE-Richtlinien in einer randomisiert kontrollierten Studie bei US-Erwachsenen mit Reizdarm/Diarrhö

(A Randomized Controlled Trial Comparing the Low FODMAP Diet vs. Modified NICE Guidelines in US Adults with IBS-D)

Eswaran et al. 2016

Es besteht zunehmendes wissenschaftliches Interesse an der Wirkung von fermentierbaren Oligo-, Di- und Monosacchariden und Polyolen (FODMAP) auf das Reizdarmsyndrom (RDS). In den USA wurde die erste randomisierte kontrollierte Studie von Eswaran et al. 2016 durchgeführt, in welcher sie die Wirkung einer Low-FODMAP-Diät auf die Symptome bei RDS/Diarrhö Patienten im Vergleich zur Effektivität einer auf den Richtlinien des „National Institute for Health and Care Excellence“ basierenden modifizierten Ernährungsform (mNICE) untersuchten.

Das Ziel dieser monozentrischen, randomisiert-kontrollierten Studie war der Vergleich der Wirkung beider Ernährungsformen auf die Symptomatik bei erwachsenen Patienten mit RDS und Diarrhö. Ausgewählt wurden die Teilnehmer anhand der ROME III – Kriterien und weiterer Ein- und Ausschlusskriterien. Die Ermittlung der Ausgangswerte erfolgte in einer 2-wöchigen Screeningphase, anschließend wurden die geeigneten Patienten per Computergenerierung randomisiert auf die beiden Ernährungsformen aufgeteilt. Während der 4-wöchigen Studienphase mussten die Teilnehmer täglich mithilfe eines Sprachdialogsystems über ihre Stuhlfrequenz, BSFS, abdominelle Schmerzen, Blähungen und ihren Harndrang berichten.

Einmal pro Woche sollten sie zusätzlich ihr Gesamtbefinden im Vergleich zu vor der Studie bewerten. Der primäre Endpunkt der Studie war, dass die Teilnehmer in mindestens 50% der Interventionswoche 3-4 eine angemessene Linderung ihrer Beschwerden erreichen. Sekundäre Endpunkte waren ein zusammengesetzter Endpunkt (Verringerung der mittleren täglichen Bauchschmerzen-Punktzahl um mindestens 30% und Abnahme des mittleren täglichen BSFS-Wert um ≥ 1 im Vergleich zu den Ausgangswerten) und die Komponenten des zusammengesetzten Endpunktes im Einzelnen. Des Weiteren sollte allgemein eine Änderung zur Ausgangssituation bei den einzelnen Symptomen erreicht werden.

Nach der Screeningphase konnten insgesamt 92 Teilnehmer (65 Frauen, Durchschnittsalter 42,6 Jahre) rekrutiert werden, von denen 84 Teilnehmer 45 mit einer Low-FODMAP Diät und 39 mit einer mNICE Diät) die Studie abgeschlossen haben. Die Demografischen Patientendaten sowie die Symptomschwere und die Nährstoffaufnahme waren bei beiden Gruppen zu Beginn der Studie vergleichbar. In Bezug auf das primäre Ziel dieser Studie, konnten bei 52% der Low-FODMAP-Gruppe und bei 41% der mNICE-Gruppe eine Verbesserung der Reizdarm/Diarrhö-Symptome während mindestens 50% der letzten 2 Studienwochen festgestellt werden (p = 0,31). Obwohl es beim zweiten zusammengesetzten Endpunkt kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen ermittelt wurde (p = 0,13), erlebten die Patienten mit einer Low-FODMAP Diät eine tärkere Verringerung der abdominalen Schmerzen im Vergleich zu den Patienten mit der mNICE Diät(51% vs. 23%, p = 0,008). Im Vergleich zur Ausgangslage konnte bei der Low-FODMAP-Diät insgesamt eine größere Reduktion der durchschnittlichen täglichen Beschwerdepunktzahl bei Bauchschmerzen, Blähungen, Stuhlkonsistenz und -häufigkeit und Harndrang als bei der mNICE-Diät erreicht werden.

In Zusammenfassung zeigt diese US-Studie, dass mit einer Low-FODMAP-Diät oder einer mNICE-Diät bei 40-50% der RDS/Diarrhö Patienten eine Verbesserung der Symptome erreicht werden kann. Im Vergleich zur mNICE-Diät führte die Low-FODMAP-Diät zu einer signifikant stärkeren Verbesserung individueller RDS-Symptome, wie es zum Beispiel bei den Schmerzen und den Blähungen der Fall war.

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