Darmmikrobiom-Biomarker sind mit der Wirkung einer Low-FODMAP-Diät bei Kindern mit dem Reizdarmsyndrom verbunden

Randomisierte klinische Studie: Darmmikrobiom-Biomarker sind mit der Wirkung einer Low-FODMAP-Diät bei Kindern mit dem Reizdarmsyndrom verbunden

(Randomised clinical trial: gut microbiome biomarkers are associated with clinical response to a low FODMAP diet in children with the irritable bowel syndrome)

Chumpitazi et al. 2015

Ein Reizdarmsyndrom (RDS) im Kindesalter ist eine häufig auftretende, funktionelle gastrointestinale(GI) Störung, die bis zu 20% der Kinder im Schulalter beeinflusst. Gekennzeichnet ist sie vor allem durch Bauchbeschwerden, welche mit Defäkation oder Veränderungen in der Stuhlfrequenz oder der Stuhlkonsistenz zusammenhängen. Nicht selten werden die GISymptome durch spezielle Lebensmittel ausgelöst, welche die Lebensqualität negativ beeinflussen. In verschiedenen Studien wird mittlerweile gezeigt, dass die Symptome eines Reizdarmsyndroms bei Erwachsenen binnen 48 Stunden durch eine Diät mit geringem Anteil an fermentierbaren Oligo-, Di- und Monosacchariden und Polyolen (FODMAP) verbessert werden können. Das Ziel dieser Studie war herauszufinden, inwiefern eine Low-FODMAP-Diät auch bei Kindern die Reizdarmsymptome lindern kann und ob die Mikrobielle Besiedlung des Darms und/oder die metabolische Kapazität die Effizienz der Diät beeinflussen.

Zu Beginn dieser doppelblinden Crossover-Studie wurden Kinder mit Rom III Kriterien rekrutiert und für eine Woche ihre Baseline-Daten gesammelt. Geeignete Teilnehmer wurden anschließend randomisiert in 2 Gruppen, Low-FODMAP-Diät und typische amerikanische Ernährungsweise im Kindesalter (TACD), unterteilt. Nach 48 Stunden der ersten Diät, kehrten die Kinder für 5 weitere Tage in ihre normale alltägliche Ernährungsweise zurück, bevor sie dann wieder für 48 Stunden die andere Diätform erhalten haben. Als primäres Ergebnis wurden die GI-Symptome anhand der Abdominal-Schmerz-Frequenz beurteilt. Zur Ermittlung des Einflusses der mikrobiellen Zusammensetzung des Darms (16S rRNA-Sequenz) und der metabolischen Kapazität (PICRUSt) wurden diese zu Beginn in der Baseline-Woche bestimmt. Mithilfe der Entdeckung von metagenomischen Biomarkern (LEfSE) wurden Responder (≥ 50% Abnahme der Bauchschmerzen-Häufigkeit nur während der Low-FODMAPDiät) und Non-Responder (keine Verbesserung während jeder Intervention) miteinander verglichen.

Am Ende haben insgesamt 33 Kinder die Studie erfolgreich beendet. Während der Low-FODMAP-Diät klagten die Kinder weniger häufig über Bauchschmerzen als während der typisch amerikanischen Diät [1,1 ± 0,2 (SEM) Abschnitte/Tag vs. 1,7 ± 0,4, P < 0,05]. Bei Betrachtung der Häufigkeit von Bauchschmerzen an einem Tag zeigte sich, dass diese im Vergleich zur Baseline (1,4 ± 0,2) während der Low-FODMAP-Diät (P <0,01) weniger häufig und während der TACD (P <0,01) öfter auftraten. Bei 8 Kindern wurde nur während der Low-FODMAP-Diät eine signifikante Verbesserung erzielt, weshalb sie als Responder kategorisiert wurden. Bei all diesen Respondern konnten während der Baseline-Periode Mikroben mit bekannter größerer saccharolytischer Stoffwechselkapazität (z. B. Bacteroides, Ruminococcaceae, Faecalibacterium prausnitzii) festgestellt werden.

Abschließend scheint eine Low-FODMAP-Diät die GI-Symptome bei Kindern mit einem RDS zu verbessern. Es wird auch angenommen, dass diejenigen, die erfolgreich auf die Low-FODMAP-Diät ansprachen, eine andere Baseline-Mikrobiom-Zusammensetzung mit einer größeren saccharolytischen Kapazität besitzen. Mit zukünftiger Forschung könnte weiter herausgefunden werden, ob die Begutachtung des Darmmikrobioms für die Behandlung von RDS geeignet ist und folglich bei dem Patienten entweder eine personalisierte Low-FODMAP-Diät oder eine andere diätetische Interventionstherapie angewendet werden sollte.

zurückPDF Download