Immunogenität von Einkorn-Weizen bei Zöliakiepatienten

Immunogenität von Einkorn-Weizen bei Zöliakiepatienten

(Immunogenicity of monococcum wheat in celiac patients)

Gianfrani et al. 2012

Zöliakie (CD) ist eine immunvermittelte Erkrankung, die durch die Einnahme von Weizengliadinen und verwandten Prolaminen anderer Getreidearten, wie Gerste und Roggen, ausgelöst wird. Um das Leben betroffener Personen komfortabler zu gestalten, wird in der Wissenschaft intensiv nach weniger toxischen Weizensorten für Zöliakie gesucht. Als potentielle, besser verträgliche Sorten werden zum Beispiel diploide Weizensorten diskutiert.

In der vorliegenden Studie wurden die immunologischen Eigenschaften zweier diploiden Einkornlinien (Triticum monococcum ssp. monococcum), Monlis und ID331, mit denen von üblichem Weizen (Triticum aestivum) verglichen. Als Beweis für die Aktivierung der T-Zellen wurden die Produktion von Interferon-γ und die Proliferation von intestinalen Gliadinspezifischen T-Zellen und -Klonen der beiden Einkornlinien gemessen. Zusätzlich wurden aus den Dünndarmbiopsien von 28 Zöliakiepatienten die Organkulturen gewonnen und immunhistochemiesch die Effekte von peptisch und tryptisch verdautem Gliadin auf die angeborene und adaptive Immunantwort bewertet.

Die Ergebnisse zeigen, dass Monlis und ID331 die Interferon-γ-Produktion und Proliferation in aus der Schleimhaut von Zöliakiepatienten gewonnenen T-Zellen induzierten. In Organkulturen führte die peptische und tryptische Verdauung von Monlis zu einer signifikanten Zunahme der IL-15-Epithel-Expression und verborgener Enterozyten-Proliferation, während ID331 keine Wirkung besaß. Zusätzlich verursachten beide Einkornlinien eine intraepitheliale T-Zell-Infiltration und eine Aktivierung der T-Zellen der Lamina propria (eine unter Epithelien anzutreffende Schicht aus Bindegewebe). Zusammenfassend sind beide Einkornlinien Monlis und ID331 für Zöliakiepatienten nahezu unsicher. Trotzdem schien nur Monlis in der Lage zu sein, sowohl eine angeborene als auch eine adaptive Immunreaktionen zu aktivieren, wohingegen ID331 nur eine adaptive Immunantwort verursachte. Inwiefern eine Einkorn-basierte Diät eventuell dennoch zu einer reduzierten Zöliakie-Inzidenz führen könnte muss in weiteren Studien getestet werden.

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