Eine Low-FODMAP-Diät reduziert die Symptome eines Reizdarmes genauso wie herkömmliche Ernährungsempfehlungen: Eine randomisierte, kontrollierte Studie

Eine Low-FODMAP-Diät reduziert die Symptome eines Reizdarmes genauso wie herkömmliche Ernährungsempfehlungen: Eine randomisierte, kontrollierte Studie

(Diet Low in FODMAPs Reduces Symptoms of Irritable Bowel Syndrome as Well as Traditional Dietary Advice: A Randomized Controlled Trial)

Böhn et al. 2015

Eine Diät mit reduziertem Gehalt an fermentierbaren kurzkettigen Kohlenhydraten (fermentierbare Oligo-, Di-, Monosaccharide und Polyole [FODMAP]) stellte sich bei der Behandlung von Patienten mit einem Reizdarmsyndrom (RDS) als wirksam heraus. Allerdings gibt es bisher keine wissenschaftlichen Beweise, dass diese Diät den traditionellen Ernährungsempfehlungen für ein Reizdarmsyndrom überlegen ist. Aus diesem Grund haben die Autoren in einer randomisierten kontrollierten Studie mit Reizdarm-Patienten die Wirkung einer Low-FODMAP-Diät im Vergleich zu den herkömmlichen Ernährungsempfehlungen untersucht. Für die Teilnahme an der multizentrischen, parallelen, einseitig blinden Studie wurden an der ambulanten Klinik für Gastroenterologie in Schweden 75 Patienten (66 Frauen), welche den ROME III Kriterien entsprachen, ausgewählt. Nach einer 10-tägigen Screeningphase wurden die Teilnehmer randomisiert in zwei Gruppen aufgeteilt, welche für 4 Wochen eine spezielle Diät erhalten haben. Bei der einen Diät handelte es sich um eine Low-FODMAP-Diät (n = 38) und bei der anderen um eine generell empfohlene Ernährungsweise für Reizdarmpatienten (n = 37), bei der das Augenmerk eher auf das Wann und Wie der Mahlzeit, als auf das Was gelegt wird (d.h. ein regelmäßiges Essensmuster; Vermeidung von großen Mahlzeiten und eine reduzierte Aufnahme von Fett, unlöslichen Fasern, Koffein sowie gasproduzierenden Lebensmitteln wie Bohnen, Kohl und Zwiebeln). Die Schwere der Symptome wurde mittels der „IBS Symptom Severity Scale (IBS-SSS)“ gemessen. Zusätzlich haben die Patienten bevor und am Ende der Behandlung ein 4-tägiges Ernährungstagebuch geführt.

Insgesamt 67 Patienten haben die Diät erfolgreich beendet (33 der Low-FODMAP-Diät und 34 der traditionellen RDS-Ernährungsform). Mit beiden Diäten konnte die Schwere an Symptomen bei den Reizdarmpatienten reduziert werden (p < 0,0001 bei beiden Gruppen im Vergleich zu vor und nach der Diät). Zwischen den beiden Gruppen konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden (p = 0,62). Nach der 4-wöchigen Diät konnten 19 Teilnehmer (50%) der Low-FODMAP-Diät eine Reduktion von mind. 50 Punkten im IBS-SSS aufweisen. Bei Patienten mit einer traditionellen Ernährungsempfehlung waren es im Vergleich 17 Personen (46%) (P = 0,72). Die Beurteilung der Wirkung der Interventionen auf die einzelnen Symptome zeigte bei beiden Gruppen eine Verbesserung im Vergleich zur Ausgangslage. Bei der Häufigkeit von abdominalen Schmerzen, der Schwere der Bauchdehnung und der Beeinträchtigung des Alltages konnten jeweils signifikante Verbesserungen erzielt werden, ohne einen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Bei der Kontrolle der Ernährungstagebücher konnte ebenfalls eine einwandfreie Einhaltung der Vorgaben bestätigt werden.

Die Ergebnisse zeigen, dass mit einer Low-FODMAP-Diät, ebenso wie mit den traditionellen Ernährungsempfehlungen für ein Reizdarmsyndrom die Schwere der Symptome eines Reizdarmes reduziert werden können. Eine Kombination aus beiden Ernährungsformen könnte die Symptome eines Reizdarmes weiter reduzieren.

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